Alles ist Landschaft – Jean Dubuffet (1901 – 1985)

Erst wird das Porträt zur Landschaft, dann der ganze Körper. “Hier eine Nase, dort ein Baum”. Und damit nicht genug: auch Gedanken und Stillleben verwandeln sich in Landschaften.

Daher auch der Titel der Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel, “Jean Dubuffet – Metamorphosen der Landschaft”, die bis zum 08.05. zu sehen war.

Neben den neu entstandenen Landschaften wird auch der weibliche Akt (“corps de dame”, 1950) auf eine unkonventionelle Art interpretiert: statt dem herkömmlichen Schönheitsideal ähnelt er bei Dubuffet einer klobigen Fleischmasse. Als Ausgleich: “Die Kuh mit dem schönen Hinterteil” (1954).

Aussergewöhnlich auch die Materialien wie zum Beispiel bei “Der Gärtner” (1959), eine Collage aus Baumrinde und Blättern.

Gegen Ende seines Lebens und damit gegen Ende der Ausstellung wird es auch mal abstrakt, mit beeindruckenden Farben wie in “Le circulus II”, 1984.

Dubuffet

Man vergisst das Gewohnte, betritt eine neue Welt der Kunst und gerät vor den Werken Dubuffets in den Sog einer magischen Anziehungkraft. Inspiriert von den Werken gesellschaftlicher und künstlerischer Aussenseiter, für die er den Begriff Art brut nachhaltig prägte, sowie unter dem Eindruck der Bildsprache von Kindern, gelang es ihm, sich von überkommenen Traditionen und ästhetischen Normen zu lösen, schreibt die Fondation Beyeler.

“Die wahre Kunst ist immer da, wo man sie nicht erwartet”, Jean Dubuffet